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Besser Bücher kaufen: Alternativen zum Konsumriesen Amazon

Amazon-Alternativen: Fairer Buchhandel

Gerade empfahl mir ein geschätzter Freund ein Buch, und schon erliege ich beinahe der größten Versuchung, seit es Konsum gibt: Amazon. Es ist aber auch verflucht verführerisch: versandkostenfreie Bestellungen, blitzschnelle Lieferungen, Prime-Mitgliedschaft und vergünstigter Over-Night-Express, wahlweise an meine Packstation oder das Hermes-Kiosk um die Ecke… dass sie mir das Buch nicht direkt aufs Klosett liefern, ist auch schon alles. Als Shoppinghasser muss ich zugeben, dass ich eine Weile so ziemlich alles, was irgendwie zu kriegen war, über Amazon bestellt habe, nur um nicht vor die Tür zu müssen oder erst auf anderen Webseiten nach dem zu suchen, das ich unbedingt glaubte, haben zu müssen. Und als hauptberufliche SEO (nein, da fehlt kein R) muss ich Amazon einiges an Erfolg zugestehen, kann Amazon doch inzwischen durchaus als alternative, ernstzunehmende Suchmaschine betrachtet werden (aber das ist ein anderes Thema).

Inzwischen sollte gemeinhin bekannt sein, dass Amazon ihre Mitarbeiter weder besonders angemessen bezahlen noch fair behandeln, und da Amazon sich als Logistikunternehmen versteht (und nicht primär etwa als Buchhändler), wird sich das wohl auch in Zukunft nicht ändern. Doch es gibt Alternativen – über ein paar davon bin ich gerade gestolpert, als ich nach einem bestimmten Buch gesucht habe (so kam es zu diesem schlampig redigierten Artikel).

Alternativen zu Amazon und Co.

Konkret suchte ich nach La vie d’une autre von Fréderique Deghelt. Abhängig vom eigenen Geduldsfaden gibt es diverse Möglichkeiten, sich auf die Suche nach einem Buch zu machen:

  • Der Klassiker: Die Bibliothek. Die meisten Bibliotheken bieten inzwischen Online-Kataloge an, die etwa auf den Namen (Web) OPAC lauten. Wenn Du in Google nach [Name Bücherei] + OPAC suchst, solltest Du den Online-Katalog recht schnell finden, ansonsten kannst Du auch direkt auf der Webseite der nächst gelegenen Bibliothek nachschauen. Für die Stadtbibliothek Köln führte mich die Suche via Google direkt auf katalog.stbib-koeln.de. Weniger Faule können natürlich auch direkt in der nächstgelegenen Bibliothek vorbeigehen und wahlweise eine nette Bibliothekarin/einen netten Bibliothekar ansprechen oder vor Ort den Computer benutzen, um das Buch Deiner Wahl zu finden.
  • Der Traditionelle: Die Buchhandlung. Kleinere Buchhandlungen sterben zunehmend aus – zu Gunsten größerer Online-Versandriesen wie Amazon oder großer Ketten wie die Mayersche. Doch der Buchhändler Deines Vertrauens kann viel mehr sein, als einfach nur das Medium, dem Du vorgibst, welche Bücher er für Dich zu bestellen hat. Er kennt sich mit Literatur aus und kann Dir neue Bücher empfehlen – weit über Deinen eigenen Tellerrand hinaus. Es lohnt sich, das mal zu riskieren. Sofern Du nicht unter sozialer Phobie leidest.
  • Der Geduldige: Fairer Online-Buchhandel. Eine schöne und völlig zu Unrecht bislang wenig bekannte Variante sind Online-Buchhändler, die ihre Mitarbeiter fair bezahlen. Dazu zählt etwa Libri.de.
  • Der Soziale: Fairer Online-Buchhandel PLUS. Die PLUS-Variante des fairen Online-Buchhandels sind Buchshops, die bei jeder Bestellung ab ca. 2 % des Preises an gemeinnützige Projekte spenden. Das ist oft nicht teurer als bei Amazon und Co. und ähnlich einfach (zugegeben, die Webseiten sind mitunter nicht so schön gestaltet – aber was juckt’s Dich? Du willst doch ein Buch lesen und nicht Stunden auf der Webseite verbringen. Verbringe die Stunden, sofern Du Dir unschlüssig bist, lieber mit dem nächst gelegenen Buchhändler. Lad ihn auf nen Tee ein und lass Dir was erzählen. Dann kannst Du Deinen Enkelkindern erzählen, dass Du eine inzwischen ausgestorbene Rasse tatsächlich noch erlebt hast. In Farbe. Und Bunt.). Besonders drei deutsche Anbieter sind empfehlenswert: Buch7.de, Ecobookstore.de und Fairbuch.de. Auf Utopia.de findest Du auch Bewertungen dieser drei Buchhändler.
  • Der Hilflose: Suchmaschinen für Bücher. Manchmal stößt man damit an seine Grenzen – etwa, wenn man nach La vie d’une autre im Original sucht, aber nicht unbedingt in Frankreich bestellen möchte. Hier helfen Suchmaschinen speziell für Bücher weiter, etwa:
  • Der Umweltbewusste: Gebrauchtes. Du möchtest Dir kein Buch ausleihen, Du willst es besitzen, Eselsohren reinmachen, mit Kaffee bekleckern, vollkrümeln und in Dein Regal stellen, bis Patina und Holzwürmer ihm seinen ureigenen Charakter verleihen… ich verstehe Dich! (Menschen, deren Bücher nach dem Lesen noch vollkommen unangetastet aussehen, sind mir seit jeher suspekt.) Bedenkt man Wasser- und Papierverbrauch bei der Herstellung neuer Bücher, sind gebrauchte Bücher sicher eine gute Variante. (Bedenke: bei jedem weggeworfenen Buch weint ein Buchhändler! Na gut, vielleicht nicht bei Sarrazin. Oder Rosamunde Pilcher. Wie dem auch sei – you get the idea.) Vielleicht hast Du Glück und erwischst ein Buch, dem Du noch Deinen eigenen Stempel aufdrücken kannst – oder eines, das schon schön aromatisch nach Dachboden riecht. Versuch’s mal mit den oben genannten Suchmaschinen als Alternative zu eBay und Amazon. Du wirst Dich wundern, was die alles finden. Oder Du schaust direkt bei booklooker.de (da hab ich sogar endlich meinen französischen Schmöker finden können).

Fazit: Ich brauchte nicht mal einen besonders strapazierfähigen Geduldsfaden – viele Händler und Einzelpersonen, die ihre gebrauchten Schätze via booklooker.de verkaufen, liefern in gewohnter Amazon-Geschwindigkeit binnen zweier Werktage. Innerhalb der nächsten drei Tage wird mich La vie d’une autre schätzungsweise erreichen. Und für schlappe 3,00 EUR inklusive Versandkosten darf’s auch mal ein paar Tage länger dauern. Wir sind einfach viel zu sehr verwöhnt worden – nur leider auf Kosten anderer, die unseren Kram verpacken und liefern müssen. Vielleicht taugt’s ja für den oder anderen unter Euch als Ansporn zu kleinen Veränderungen im kommenden Jahr.

Und was ist mit Dir? Kennst Du alternative Online-Buchhändler oder Suchmaschinen, insbesondere für fremdsprachige Bücher, die Du empfehlen kannst? Oder möchtest Du uns Dein schönstes Erlebnis mit dem Buchhändler Deines Vertrauens erzählen?


Foto: Lupo / pixelio.de

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