Kopf
Schreibe einen Kommentar

Man kann ja doch nichts ändern

Man kann ja doch nichts ändern - oder?

Vor kurzem erzählte mir eine Arbeitskollegin von einem Gespräch mit ihrem Sohn. Er vertrat die These, dass alles umweltpotitische Handeln für den Arsch sei, denn man könne ja ohnehin nichts ändern. Ich habe ihm spontan Recht gegeben und mich dann im Laufe des Tages gefragt, wie ich zu dieser gewagten Unterstützung komme und trotzdem hier mit Gianna weiter schreiben kann.

Zuerst einmal zu der These, dass man nichts ändern kann. Ich wechsel hier ganz bewusst vom Konjunktiv zum Indikativ, denn es stimmt: Man kann nichts ändern. Man kann zwar auf die Straße gehen und für eine gerechtere, rücksichtsvollere und bessere Welt demonstrieren. Man kann auch Unterschriften sammeln und versuchen, Druck auf die Politik auszüben.

Was das bringt, sieht man im Augenblick bei dem Aufbegehren gegen TTIP. Eine halbe Millionen Bürgerstimmen werden von der Polit-Aristokratie mit einer “sind doch alles Arschlöcher”-Mentalität weggewischt. Man steht auf und die anderen bleiben sitzen und machen einfach weiter so.

Zwei Möglichkeiten sehe ich auf die Erkenntnis, dass man nichts ändern kann, zu reagieren. Die eine Möglichkeit, den “man” zu bewegen, werde ich öffentlich nicht laut denken. Also schreibe ich von der friedlichen Alternative: Aus dem “man” ein “ich” machen.

Vom “man” zum “ich”

Dann wird aus dem “man kann nichts ändern” ein “ich kann nichts ändern” und das ist schlichtweg falsch. Ich als Einzelner kann Welten bewegen: meine Welt. Ich kann mich ändern. Ich kann auf Konzern-Produkte verzichten, ich kann auf die neuesten “Gadgets” verzichten, ich kann grünen Strom beziehen, ich kann die Bank wechseln. Ich kann, ich kann, ich kann. Wenn ich nur will.

cropped-FotoliaComp_61903845_2RyfziutFsYXL83zccdckJeGpcZh1Qvt.jpg

Ahimsa

Zugegeben, auch ich bin ein Sklave meines Menschseins und lasse mich gerne treiben. Aber wenn ich nur einmal am Tag eine Entscheidung gegen Konzerne, gegen Massenmedien, gegen neoliberale Helfershelfer treffe, dann habe ich mir ein Stück Freiheit zurück erobert und dem Puzzel meiner Weiterentwicklung (ihr erinnert euch: AHIMSA!) einen Stein hinzugefügt.

Vom “ich” zurück zum “man”

Aber es geht noch ein Stück weiter. Denn einer der beruhigendsten Gedanken, der mir beim Sinnieren über das “man kann ja doch nichts ändern” kam, ist nicht die Tatsache, dass ich sehr wohl mich ändern kann, sondern, dass meine Veränderungen meine Welt verändern.

Meine Welt, das ist nicht nur meine Vorstellungswelt, mein Elfenbeinturm oder meine kleine Scherbenwelt, das ist vor allem auch meine soziale Umwelt. Meine Familie, meine Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen. Sie mögen die Nase rümpfen, wenn ich ihre Einladung auf ein Milcheis ausschlage, sie mögen mich schief ansehen, wenn ich seit Jahren in denselben, verschlissenen Schuhen herumlaufe oder, statt eine neuen Hose zu kaufen, einen Flicken aufnähe.

Einer aber beginnt früher oder später, ernsthaft nachzufragen oder von selbst nachzudenken. Und das ist der Augenblick, in dem ich doch etwas verändert habe. Ein Moment, in dem mein Handeln meine Umwelt beeinflusst und vielleicht auch ein klein wenig verändert hat.

Ich kann nichts ändern außer mich selbst. In diesem Sinne also auf in eine bessere Welt! Und verrate uns: Was änderst Du heute? Wie wirkst Du auf Deine Umwelt?

 


Quelle für das Titelbild: Lisa Spreckelmeyer  / pixelio.de

Wie hat Dir unser Artikel gefallen?

Sei nett und teile!Share on Google+Tweet about this on TwitterShare on Facebook

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>